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 Der Wald

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Pale Thorne

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BeitragThema: Der Wald    Mi Mai 30, 2012 5:43 pm

Ein gutes Stück fernab der Zivilisation beginnt ein lichter Mischwald, auch hier gibt es einen hohen Elektrozaun, der die Menschen vor allen Gefahren des Waldes schützen soll. Jedoch ist es auch möglich ihn ungestraft zu passieren. Junge aufstrebende Tribute finden sich hier gern zum Überlebenstraining oder kleinen Machtkämpfen ein.


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Pale Thorne

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BeitragThema: Re: Der Wald    Mi Mai 30, 2012 5:44 pm

-----> Anwesen der Thrones

Ich habe kaum Zeit die Schönheit dieses Waldes anzusehen. Vater drängt mich zur Eile. Er blickt unablässig zu beiden Seiten des Weges, hält wohl Ausschau nach potenziellen Gafahrenquellen. Doch in diesem Teil des Waldes verirrt sich in der Regel kein Tier und Menschen bedeuten hier wohl kaum eine Bedrohung. Wir befinden und schließlich nicht in der Arena. Doch Vater macht weiter den Eindruck als wäre genau dies der Fall. Ich habe mir schon öfter vorgestellt wie es wäre mitten in ein Rudel wilder Hunde geworfen zu werden. Mit der einzigen Chance zu töten um selbst am Leben zu bleiben. Jeder ist soch selbst der nächste, auch wenn man sich mit anderen arrangiert. Es bleibt bei der einfachen Regel: "Lebe oder Sterbe!" Ein solches Erlebnis vergisst man wohl nie. Und obwohl Vater diesen Kampf schließlich gewann hat es ihn weit mehr gezeichtet als sein Stolz es ihm zugesteht. Von Mutter weiß ich das er bis zum heutigen Tage mit seinem Jagdmesser unter dem Kopfkissen einschläft. Ich seufze. Das kommt mir alles wie ein vermeidbares Risiko vor.
Doch dann plötzlich ist alles wieder anders. Der stupide Ruf eines Vogels spannt meine Nerven aufs Äußerste. Wir sind im gefährlichen Teil dieses Waldes angekommen. Nun sind meine Sinne wieder geschärft ........
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Pale Thorne

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BeitragThema: Re: Der Wald    Sa Jun 09, 2012 10:07 am

Eine lichte Stelle im Wald, die in einem unregelmäßigen Kreis von Bäumen umschlossen ist, ist unser Ziel. Im Zendieser Lichtung liegt ein auffällig weißer Felsbrocken. Vater reicht mir den schwarzen Rucksack auf seinem Rücken. Mit deutlicher Skepsis im Blick nehme ich ihn an. Für gewöhnlich ist sämtliche Ausrüstung, die er mir fürs Training zur Verfügung stellt neonfarben. Ich halte ihn etwas unschlüssig von meinem körper weggestreckt und drehe ihn um etwas verdächtiges, vielleicht riesiges ein Schild mit der Aufschrift: "Hier bin ich, komm her und fang mich!" Doch auf den ersten Blick ist nichts zu sehen. Ich lege all meine Ausrüstung, den Bogen mit Pfeilköcher und die Machete mit der schwarzen Klinge auf den Felsen. "6 Stunden," sagt Vater.
6 Stunden, dann wird er mich jagen. Plötzlich merke ich wie sich der Waldboden immer schneller unter meinen Füßen wegbewegt. Ich renne.
"Ausrüstungscheck!", ermahne ich mich nach 5 Stunden unentwegten Laufens. Meinen Rücken lehne ich an den Stamm eines hohen Baumes, spähe eine Weile in alle Richtungen, lausche den Geräuschen des Waldes und befinde die Stelle schließlich für sicher. Nun öffne ich Vaters Rucksack. Wie kaum überraschend find ich zunächst kaum etwas Brauchbares, zumindest nicht zum Überleben darin. Aus reiner Gehässigkeit hat Vater einen Bleistift und ein druckfrisches ledernes Notitzbuch hineingetan. Nun gut ein Köcher mit Pfeilen baumelt an der Außenseite, doch ohne den dazugehörigen Bogen. Nach vielen Wühlens finde ich schließlich in einem Seitenfach ein silbrig glänzendes Jagdmesser und eine aufgewickelte Bogensehne. Einen leeren Wasserbeutel aus gegerbter Tierhaut entdecke ich schließlich auch noch darin. Wieder sehe ich mich um. Hämisch grinsend ziehe ich einen leichten Schlafsack und eine Plane unter meiner Jacke hervor und verstaue sie mit all den anderen Sachen im Rucksack. Ich habe Vater nie einen Grund gegeben mir zu misstrauen, weshalb meine kleine Schummelei vor seinen Augen verborgen blieb. Kaum 10 Schritte von mir entfert befindet sich ein kleiner Bach. Nachdem ich meinen Durst gestillt und den Lederbeutel gefüllt habe, ziehe ich meine Stiefel aus und laufe das felsige Bachbett entlang, bis zu einer Stelle, wo dieser sich über ein paar Steine einen kaum 5 Meter hohen Abhang in einen See ergießt. Es ist nun Abend und ich verspühre ein zermürbendes Hungergefühl. Im Gras direkt neben dem See kann ich ein Feld voller schmackhafter Walderdbeeren ausmachen, doch ich wage es nicht mit den Füßen auf dem weichen Waldboden verräterische Spuren zu hinterlassen, also erlege ich mit dem Messer einen unvorsichtigen Fisch und einen kleinen Wasserfrosch und verspeise diese, etwas angeekelt, roh. Hinter dem Wasserfall ist ein kleiner Spalt im Stein. Ich zwänge mich hindurch und finde eine winzige Höhle vor, in der gerade so ein Mensch schlafen kann. Müde von den Anstrengungen des Tages schaffe ich es gerade noch meine Plane und den Schlafsack auszubreiten und schlafe sofort ein.


Zuletzt von Pale Thorne am Di Jun 12, 2012 11:13 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Pale Thorne

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BeitragThema: Re: Der Wald    Di Jun 12, 2012 11:08 pm



Mit dem Wald erwache auch ich. Es ist noch dunkel außerhalb meiner Höhle und doch scheint etwas von sich heraus zu Leuchten. Ich blinzele, denn meine müden Augen wollen sich nicht an dieses grelle Licht gewöhnen. Jetzt erkenne ich Umrisse und stelle mit anschwellendem Entsetzen fest das mein Rucksack in einem hellen Grünton leuchtet. Vater muss ihn mit Phosphor bestrichen haben. ich verfluche seine Tücke, hätte ich den Abend auf einem Baum verbracht säße ich nun vermutlich schon zu Hause am Küchentisch mit allerlei Prellungen und Schnitten und dürfte mir eine Predigt anhören. Fürs erste beschmiere ich den ganzen Rucksack mit Matsch vom Höhlenboden. Diese vorläufige Tarnung muss genügen, für mehr bleibt auch gar keine Zeit.
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BeitragThema: Re: Der Wald    Mi Jun 13, 2012 9:13 pm

Haus der Masons & Fira ----->


Als ich in die Nähe des Zauns komme, bleibe ich kurz stehen und sehe mich um. Es ist niemand zu sehen. Trotzdem gehe ich vorsichtig und etwas geduckt bis zum Zaun.
Dort angekommen schleiche ich ein paar Meter am Zaun entlang. Ich höre ein leises Surren, aber ich gehe weiter. Nach wenigen Metern komme ich bei der Stelle an, nach der ich gesucht habe.
Unter dem Zaun ist eine Mulde die mit Laub getarnt ist. Ich hebe das Laub und andere Dinge, die sich mit der Zeit dort angesammelt haben, weg und schiebe meinen Rucksack hinüber auf die andere Seite. Danach krieche ich unter dem Zaun durch ohne ihn zu berühren. Ich stehe auf, schultere meinen Rucksack und laufe los.

Als ich denke tief genug im Wald zu sein, werde ich langsamer. Ich bin froh endlich wieder im Wald sein zu können.
Ich will möglichst weit weg vom Distrikt, deshalb fange ich wieder an zu laufen. Während ich renne, sehe ich wie schnell die Bäume an mir vorbei zischen und ab zu erblicke ich ein paar Tiere zwischen den Bäumen, aber ich kann nicht ausmachen was es für welche sind.

Ich weiß nicht wie lange ich schon laufe, aber es dürfte mehrere Stunden gedauert haben. Das einzige, das ich weiß, war das ich um 2 Uhr losgelaufen bin. Ich verringere mein Tempo, bis ich nur noch gehe. Ich gehe noch ein paar Minuten weiter, bleibe dann aber abrupt stehen. Ich schließe die Augen und höre den Geräuschen des Waldes zu. Es ist schön diese Geräusche zu hören. So verharre ich ein paar Sekunden.
Dann bemerke ich etwas, das sich anhört wie ein Bach. In dem Moment merke ich, das sich meine Kehle vom vielen Rennen staub trocken anfühlt. ich gehe dem Geräusch nach, bis ich tatsächlich einen kleinen Bach entdecke.
Ich sehe mich um, nehme vorsichtshalber meinen kleinen Dolch in die Hand und schleiche langsam zum Bach. Dort sehe ich mich noch einmal um, kniee mich hin und trinke etwas Wasser. Meine trockene Kehle freut sich über das kühle Nass.
Langsam geht die Sonne unter und mir wird bewusst, dass ich einen Platzt für die Nacht brauche. Mir scheint die Gegend beim Bach sicher, deshalb suche ich die Bäume ab. Ich bin mir sicher da oben ist es sicherer als hier unten am Boden. Also suche ich die Bäume ab und finde nach ein paar Minuten stromabwärts gehen eine große Astgabel, die sich perfekt als Schlafplatz eignet. Ich klettere den Baum hoch, gebe meinen Rucksack von meinem Rücken und hänge ihn an einen Ast in der Nähe. Ich lege mich so hin, das ich in der Nacht nicht hinunter fallen kann, blicke durch die Blätter in den Nachthimmel und schlafe ein.
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BeitragThema: Re: Der Wald    Sa Jun 16, 2012 3:52 pm

Als die ersten Sonnenstrahlen durch das Blätterdach über mir scheinen und mir über mein Gesicht streicheln, wache ich auf. Um mich herum höre ich ein paar Vögel zwitschern. Zuerst kenne ich mich nicht aus, wo ich jetzt bin, deshalb stütze ich mich auf meine Hände und schaue mir meine Umgebung an. Gut, es war kein Traum. Ich bin wirklich im Wald. Ich setze mich auf dem großen Ast ganz auf und bleibe noch ein paar Minuten so sitzen.
Dann nehme ich meinen grauen Rucksack von dem Ast, an dem er die Nacht über gehangen hat, und springe leichtfüßig vom Baum. Ich überlege einen Moment, was ich machen soll und entschließe mich dann zum Bach zu gehen. Ich gehe über den steinigen Boden zum felsigen Bachbett, um mich dort auf die Steine zu knieen. Ich schöpfe mit meinen Händen ein wenig Wasser und trinke es. Das tue ich ein paar Mal und danach wasche ich mir noch mein Gesicht. Das kühle Wasser des Baches fühlt sich in den frühen Morgenstunden besonders angenehm an.
Nachdem ich mich gewaschen habe, gehe ich zurück in den Schatten der Bäume, ich setze mich hin und mache meinen Rucksack auf. Zuerst verteile ich den ganzen Inhalt auf dem Boden, um mich zu vergewissern, dass noch alles da ist. Es scheint so. Mein Magen knurrt und ich packe wieder alles ein, bis auf einen Apfel und ein paar Kräcker. Ich lehne mich an einen Baumstamm und beginne zu essen.
Nach einer gefühlten halben Stunde bin ich fertig und genieße noch ein wenig diesen schönen Morgen. Dann hole ich meinen Skizzenblock heraus und beginne den kleinen Bach und die Bäume zu zeichnen.
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BeitragThema: Re: Der Wald    So Jun 17, 2012 6:26 pm

(Hey Smile Sollen sie sich jetzt oder bald treffen?)


Die Sonne steigt immer höher und ich habe schon vor einiger Zeit meinen Skizzenblock weggepackt. Nun sitze ich nicht mehr im Schatten der Bäume, sondern am Rande des Baches. Ich ziehe meine braunen Stiefel und meine Socken aus, und tauche meine Füße in das angenehm kühle Wasser. Ein paar Fische schwimmen um meine Füße herum und ich hole noch einen Kräcker aus meinem Rucksack. Ich zerbreche den Kräcker in kleine Stückchen und werfe sie hinein. Die Fische kommen kurz bevor die Stückchen weggespült werden an die Oberfläche und schnappen sie mit einem leisen Blubb. Ich sehe den Fischen lange zu und genieße den Wind, der durch meine Haare, die ich jetzt offen trage, weht.
So sitze ich noch lange da. Hier ist es so schön. Ich wünschte es wäre die ganze Zeit so. So ruhig und angenehm. So kann man richtig frische Luft schnappen. Im Garten zu Hause ist die Luft irgendwie "gefangen". Das ist seltsam. Im Distrikt ist es nie ganz ruhig. Man hört immer irgendwelche Geräusche. Schon klar, im Wald gibt es auch die ganze Zeit Geräusche, aber diese hier sind ... angenehm.
Als die Sonne am höchsten steht, stehe ich auf und lasse noch ein bisschen Zeit verstreichen, bevor ich losgehe. Ich habe mir meine Socken und meine Stiefel wieder angezogen und versuche nahe am Bach weiter zu gehen. Es war dumm von mir keinen Wasserbeutel mitzunehmen. Sonst könnte ich mir jetzt einfach Wasser einfüllen und wohin ich will gehen. Ich habe mich entschieden, dass dieser Ausflug doch länger dauern sollte, als geplant. Ich versuche nicht an meinen dummen Fehler zu denken, aber das gelingt mir nicht. Deshalb überlege ich, ob es nicht eine Lösung für dieses Problem gibt. Während ich über eine mögliche Lösung grüble, marschiere ich weiter stromabwärts.
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BeitragThema: Re: Der Wald    So Jun 17, 2012 9:04 pm

(Ja. Ob ich dich entdecke oder du mich, dass lass ich gerne doch entscheiden. ^-^)

Die Sonne hat den Waldboden getrocknet. Ich hänge mir die Stiefel über die Schulter und betrete ihn leichten Schrittes, so werde ich kaum Spuren hinterlassen.
Mein Frühstück besteht aus einer großen Portion der Walderdbeeren die ich mir schon gestern erspäht habe. Sie zergehen ganz leicht auf der Zunge und hinterlassen einen fruchtig säuerlichen Geschmack. Dann marschiere ich weiter. ich muss endlich mit der Suche von Holz für einen Bogen beginnen. Ich trauere dem Bogen nach, den Vater mir abgenommen hat. Es wäre schon ein Wunder sollte ich einen derart Präzisen schnitzen können. Lange Zeit suche ich nach einem geeigneten Exemplar und werde gegen Mittag schließlich belohnt. Eine alte Hainbuche mit ausladender Krohne und dichtem Blattwerk wird nicht nur vortreffliches Holz spenden, sondern mir auch den ausreichenden Schutz bieten während ich arbeite. Der geeignete Ast ist ebenfalls schnell gefunden. Die schwerste Arbeit ist es ihn aus dem Baum herauszuschneiden mit dem dafür sehr ungeeigneten kleinen Jagdmesser. Es hat keine Sägezähne an der Klinge. Ich schwitze bald stark, denn das Holz ist so fest und unnachgiebig und ich muss es glatt abschneiden, denn splittern darf es auch nicht. Endlich geben die letzten Holzfasern nach und ich halte meinen Rohling in der Hand. Nun setzte ich mich in eine bequeme Astgabel, den RUcksack zwischen den Beinen und beginne den elegant geschwungenen Wurfarm herauszuarbeiten.
Durch das Blattwerk kann ich rote Streifen am Himmel erkennen. Stolz blicke ich auf mein Tagwerk herab. Ich wiege ihn in der Hand, halte ihn ins Licht und spanne ihn schließlich ohne einen Pfeil. Die Sehne ist gut und so beschließe ich noch vor der Dämmerung jagen zu gehen. Ich habe Glück. ich bin noch nicht ganz den Stamm herabgeklettert, da sehe ich einen wilden Truthahn unter mir durchs Laub staksen. Der wird vortrefflich ein paar Wildkräutern schmecken. Hungrig stelle ich mir schon vor wie das Fleisch über einem Feuer brät, da schnellt mein Pfeil auch schon von der Sehne direkt in seinen Kopf. Nach ein paar letzten Zuckungen liegt das Tier am Boden. Nun springe ich vom Baum herab, nehme mir meine Beute und suche einen guten Platz zum Feuer machen. Natürlich ist das nicht sicher, aber mit Messer und Bogen bewaffnet habe ich keine Scheu Vater gegenüberzutreten. Sollte er es wagen mich ohne Vorwarnung zu attackieren, dann jage ich ihm wie im letzten Jahr einfach einen Pfeil in die Wade. Ihn zu verletzten bringt mir Genugtuung. Ich bestrafe ihn so dafür das er mir all die Jahre der unbeschwerten Kindheit mit seiner Kampfesbesessenheit zunichte gemacht hat. Doch nicht nur für meine egoistische Seite ist es gut, es bringt mir jedes Mal so ein Zittern in die Glieder, wenn ich etwas schieße oder jemanden verletze. Dieses wohlige Gefühl gibt mir die Kraft das harte Training wieder und wieder zu meistern und noch stärker, vierl stärker daraus hervorzugehen.

Einem Impuls folgend gehe ich wieder zurück, zu meinem See. Ich schichte einen kleinen Haufen Reisig auf, ordne ein paar Steine vom Grund des Sees drum herum, dann entfache ich das Feuer, sehe zu wie es langsam auflodert und beginne den Vogel zu rupfen und auszunhemen. Er hat viel mehr Fleisch, als ich essen kann. Über mehreren Spießen brate ich die Teile, streue etwas Rosmarin darüber. Vater ist nirgend zu sehen, vielleicht denkt es es ist eine Falle. Dann kann ich auch guten Gewissens noch eine Nacht in meiner Höhle verbringen und mich morgen daran machen ihn zu jagen.
Es dämmert, doch ich mache mir nicht die Mühe das Feuer zu löschen. Eine ganze Weile schaue ich in die lodernen Flammen. Feuer ist wie Mutter, nein Mutter ist wie Feuer. Sie war eine schöne junge Frau, sie kam aus ärmlichen Verhältnissen. Doch nach Vaters Sieg in den Hungerspielen verliebte sie sich so unsterblich in ihn das sie beide heirateten. Das war ihr Ende. Vater ist nicht der fürsorgliche Typ Ehemann. Ich denke er hat sie geschlagen. Er hat keinen Respekt vor Frauen. Als Kind hörte ich sie oft in ihrem Zimmer weinen.
Heute ist sie kaum mehr als ein Schatten ihrer selbst. Sie wandelt druch das große Haus, schläft bei Vater wann immer er es verlangt und doch merkt man, wenn man in ihre Augen sieht das sie fort ist.
Ich bin wieder in der Wiklichkeit und wende das Fleisch.
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BeitragThema: Re: Der Wald    Mi Jun 20, 2012 6:31 pm

Während meinem Marsch mache ich ab und zu kleinere Pausen. Die Sonne brennt auf meinen Kopf herunter und dem ausgetrockneten Boden sieht man an, dass er auch darunter leidet. Ich gehe weiter am Bach entlang, der immer größer wird, und verschrecke manchmal ein paar Vögel, die gerade am Bach ihren Durst stillen. Viele Vögel kenne ich aus alten Büchern von meinem Großvater, aber manche habe ich noch nie in meinem Leben zu Gesicht bekommen.

Ich erinnere mich gut den Tag, an dem mich mein Großvater zum ersten Mal mit in den Wald genommen hat. Damals war ich um die 5 Jahre alt. Es war ein heißer Sommertag und mein Großvater hatte davor meinen Eltern erzählt, er wolle nur mit mir in den Park gehen. Ich glaubte im seine Lüge und freute mich darüber, das er mit mir in den Park gehen wollte. Als wir dann am Zaun ankamen, fragte ich ihn enttäuscht "Opa, was machen mir hier? Das ist nicht der Park! Wir können da nicht raus. Das darf man nicht!" Er grinste mich an und antwortete mir dann "Ich zeige dir etwas viel besseres als den Park. Du wirst es lieben. Und oh doch wir können da raus. Soll ich es dir zeigen?" Bevor ich etwas sagen konnte, hob er auch schon das Laub weg und es wurde ein Loch unter dem Zaun sichtbar. Er sagte "Pass auf! Du darfst nicht den Zaun berühren! Ok?" Ich nickte und er zeigte mir wie ich unten durch krabbeln konnte. Ich machte es ihm nach und wir rannten so schnell wir konnten zum Waldrand, damit uns niemand sah. Mein Großvater war schneller als ich und die Stürze meinerseits waren dabei nicht sehr viel hilfreicher. Als ich ihn endlich einholte, befahl er mir die Augen zu schließen. Ich tat was mir befohlen wurde und mein Großvater führte mich tiefer in den Wald. Irgendwann blieben wir stehen und er sagte "Warte. Horch mal." Ich versuchte es, aber am Anfang konnte ich nichts hören. Ich Warze aufgeregt. Es gab hier sicher so viel Neues zu entdecken. "Hörst du es?", fragte er plötzlich. Natürlich versuchte ich es sofort noch einmal und wirklich, ich hörte es. Vogelgezwitscher. Viele verschiedene Vögel, die um mich herum waren. Ich öffnete reflexartig meine Augen und sah mich um. Leider konnte ich keine Vögel sehen. Ich sah meinen Großvater fragend an und er deutete mit seiner rechten Hand in die Luft. Zuerst verstand ich nicht ganz, aber dann sah ich nach oben. Hoch in den Baumkronen über uns erspähte ich einen ganzen Vogelschwarm. Ich stieß ein paar kindliche Freudenschreie aus und alle Vögel über mir flogen weg. Trotzdem hatte ich keine Zeit traurig zu sein. Mein Großvater drängte mich zum Weitergehen. Er zeigte mir noch viele andere Tiere und brachte mir auch ein bisschen über sie bei. Ich weiß noch, wie glücklich ich damals war. Das waren noch glückliche Zeiten. Bevor all diese schlimmen Dinge geschahen. Mein Großvater sagte mir noch bevor wir den Distrikt wieder betraten "Du darfst nie irgendjemandem von dem heutigen Tag erzählen! Okay?" Es überraschte mich, aber ich verstand es.
Er war ein toller Großvater. Ich wünschte ich hätte mehr Zeit mit ihm verbringen können. Aber dafür war es jetzt zu spät.

Ich stolpere über einen größeren Stein und bin wieder in der Gegenwart. Es dämmert schon. Die Zeit ist sehr schnell vergangen. Der Bach neben mir ist zu einem Wasserfall geworden, der vielleicht 4 oder 5 Meter in die Tiefe stürzt. Ich trete bis zum Rand des Abhangs und blicke hinunter. Unten kann ich einen See erkennen. Ich entferne mich wieder von Abhang und schaue in den Himmel. Zuerst kann ich nichts Besonderes erkennen. Ein paar Wolken, die Sonne, die schon fast untergegangen ist, und ein paar Vögel, die noch ein paar Runden am Abendhimmel drehen. Ein paar Minuten vergehen, aber dann entdecke ich etwas Seltsames. Rauch. Rauch steigt in den Himmel, so wie als würde etwas brennen. Das kann nicht sein. Die Sonne kann das nicht ausgelöst haben. Oder doch? Dann schießt mir ein neuer Gedanke in den Kopf. Nein, das kann nicht sein.
Mein Instinkt sagt mir ich soll mich so weit wie möglich von dem Rauch entfernen. Aber etwas anderes hält mich davon ab. Ich stehe Minuten lang unschlüssig da. Dann siegt meine Neugier und ich beginne den Abstieg. Ich hole meinen Dolch heraus und bin angriffsbereit. Was erwartet mich da?
Nachdem ich mir einen Weg nach unten gebahnt habe, versuche ich mich im Schutz der Bäume weiterzubewegen. Ich komme immer näher und jetzt erkenne ich auch, dass der Grund für den Rauch eine Art Lagerfeuer ist. Am Lagerfeuer sitzt eine Gestalt mit dem Rücken zu mir. Wer ist um diese Zeit so weit draußen im Wald? Ja, ich habe von ein paar Mitschülern gehört, dass sie in den Wald gehen um zu trainieren. Aber so weit? Das kann nicht möglich sein.
Meine Gedanken wirbeln herum und ich werde unvorsichtig.
Plötzlich trete ich auf einen Ast am Boden und es knackst. Meine Hand mit dem Dolch schnellt in die Höhe und flehe innerlich: Bitte, hab mich nicht bemerkt! Ich will dich, wer auch immer du bist, nicht töten müssen!


Aber wenn es sein muss, werde ich es tun!
Niemand darf wissen, dass ich je hier war!
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BeitragThema: Re: Der Wald    Fr Jun 22, 2012 10:17 pm

Das Geräusch des Zweiges ist wie ein Warnschuss, der allerlei antrainierte Reflexe in Gang bringt. Binnen 2 Sekunden bin ich auf den Beinen, zuwieder seiner natürlichen Verwendung wird das Messer in der Hand jetzt zur Waffe. Ich nehme den Mensch vor mir wahr, sehe die Körperstellen, an denen meine Klinge tödliche Wunden hinterlassen könnte. Jede Faser meines Körpers schreit: "Greif an, bevor sie es tut."
Dann sehe ich es. In seinem vollkommenen grün schaut es zu mir hinauf, so überrascht und unglaübig wie ich zu ihm herab sehe.
Das Kleeblatt mit den 4 Blütenblättern.
Ich habe keinen Grund sie anzugreifen, vermutlich will sie das auch nicht. Oder zumindest ist sie sich noch nicht sicher. Wir sind hier nicht in den Hungerspielen, wir sind zu Hause im Distrikt. Und hier spielt es eine Rolle ob man einen Mord begeht und doch war ich für den Bruchteil einer Sekunde bereit sie zu töten.
Nun lasse ich das Messer sinken, schiebe es zurück in den Gürtel und gehe direkt vor ihr in die Knie. Sofort bin ich wieder zu Hause am Schreibtisch, stelle mir vor was Finn wohl täte, fände er einen solchen Schatz. Mit den Fingerspitzen berühre ich es, drücke das Gras drum herum platt um an den Stil zu gelangen und trenne es kurz über dem Boden von seinen Wurzeln. Es sieht nun klein und schwach aus in meiner großen Hand, aber wie kann es das sein? Es ist doch pures Glück.
Ich erhebe mich wieder.
Nun sehe ich meinem Gegenüber endlich wie ein Mensch, nicht wie ein mordlüsternes Monster entgegen. Ich kenne ihr Gesicht, wenn auch nur flüchtig aus der Schule. Sie geht nicht in meine Klasse.
Ein Satz, den ich sofort wieder in die Kehle zurückdrängen will, sobald er auf der Lichtung steht, entfährt mir.
"Du wirst doch in der Schule niemandem von meiner sentimentalen Ader erzählen, oder?"
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BeitragThema: Re: Der Wald    So Jun 24, 2012 6:15 pm

Kaum habe ich meinen Dolch zum Angriff bereit, dreht sich auch schon mein Gegenüber mit einem Messer in der Hand um. Der Junge mir gegenüber mustert mich, so als wolle er prüfen, wie er mich am schnellsten und besten töten könnte. Hoffentlich bemerkt er nicht die Narbe an meinem linken Unterschenkel. Meine knielange, braune Hose wird es ihm aber sehr leicht machen, weil sie bedeckt nur ein oder zwei Zentimeter der Narbe.
Ich habe sie vor ein paar Jahren hier im Wald bekommen, als ich von einem Tier angegriffen wurde. Ich konnte in dieser Situation nicht schnell genug reagieren und ehe ich mich versah, hatte ich schon eine etwa 30 Zentimeter lange Wunde. Aber noch bevor das Tier meinen Unterschenkel zerfleischen konnte, holte ich meinen Dolch hervor und brachte es um. Es hat lange gedauert bis die Wunde wenigstens halbwegs verheilt war. Sie hatte sich ein paar mal entzündet und ein Heiler in unserem Distrikt hat mir damals das Aufstehen verboten. Aber ich kann nicht besonders lang untätig herumsitzen und das verlängerte den Heilungsprozess um einiges.
An manchen Tagen fühlt es sich so an als wäre die Wunde noch ganz frisch, aber der Heiler im Distrikt hat mir gesagt, dass das meine eigene Schuld war und dass das immer wieder vorkommen könnte.

Ich befreie mich von diesen Gedanken und überlege, was ich jetzt machen soll. Wird er mich angreifen oder ich ihn? Möglicherweise wäre es besser, wenn ich es tun würde. Dann hätte ich wenigstens einen kleinen Überraschungseffekt auf meiner Seite. Andererseits das hier sind nicht die Hungerspiele. Das ist der Wald von Distrikt 1, eine Art zweites Zuhause für mich. Mein wichtigster Rückzugsort, wenn mir alles im Distrikt zu viel wird.
Plötzlich lässt er sein Messer sinken und geht in die Knie. Jetzt wäre der perfekte Moment für einen Angriff. Nein, ich will ihn nicht umbringen. Er hat mir nichts getan. Noch nicht.
Ich sehe, dass er irgendetwas mit seinen Händen im Gras vor ihm macht, aber ich kann nicht erkennen was es ist. Erst als er sich wieder erhebt, erkenne ich ein kleines Kleeblatt in seinen Händen. Es sieht klein und schwach aus, aber das Kleeblatt scheint den Jungen zu beruhigen. Jetzt lasse auch ich meinen Dolch sinken, aber ich packe ihn noch nicht wieder zurück in meinen grauen Rucksack.
Nun betrachte ich den Jungen genauer. Er dürfte in meinem Alter sein und er kommt mir von irgendwo bekannt vor. Vielleicht habe ich ihn schon einmal in der Schule während der Pause gesehen. Ich darf mich jetzt nicht von solchen Gedanken ablenken lassen, ermahne ich mich. Er könnte jederzeit wieder sein Messer ziehen und mich angreifen.
"Du wirst doch in der Schule niemandem von meiner sentimentalen Ader erzählen, oder?" sagt er und reißt mich dabei aus meinen Gedanken. Im ersten Moment bin ich verwirrt, aber dann schüttele ich den Kopf. Dabei fallen mir einige Strähnen ins Gesicht und ich streiche sie mir wieder aus dem Gesicht.

Dann sehe ich ihn forschend an und murmle "Du kommst mir von irgendwo bekannt vor. Aber woher?" Dann werde ich lauter, damit er mich auch verstehen kann und frage ihn ganz direkt "Wer bist du?"
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BeitragThema: Re: Der Wald    Mi Jun 27, 2012 6:12 pm

Begierig dem seltenen Objekt etwas von seinem Zauber zu entlocken drehe ich das Kleeblatt zwischen Daumen und Zeigefinger und fixiere es genaustens mit den Augen. Es sieht mir doch recht gewöhnlich aus, was sollte an ihm schon anders sein als an seinen Millionen von Dreiblättrigen Verwandten? Mutter sähe das wohl anders, das weiß ich. Deshalb ziehe ich das lederne Notitzbuch, indem bisher nach wie vor nichts drinsteht aus dem Hosenbund und presse das Pflänzchen zwischen die beiden letzen Seiten. Während ich es wieder mit der Lederkodel umwickle stelle ich mir vor wie Mutter mich anlächelt, wenn ich es ihr überreiche und es kommt mir gleich ein wenig wertvoller vor.
Ich wiege das kleine Buch in meinen Händen, bevor ich es an seinen Platz zurückstecke. Ich sollte ganz einfach zurück nach Hause gehen und die Prügel für meinen Unwillen einstreichen.

Jetzt fällt mir das Mädchen wieder ein. Ich kann kaum 1 Minute in Gedanken versunken sein. Sie steht immernoch da, scheint nicht sorecht zu wissen, was sie mit dieser plötzlichen Begegnung anfangen soll und ich schelte mich selbst für meine lächerliche Bemerkung. Was kümmert es mich was man in der Schule von mir denkt? Niemand wagt sich an mich heran. Sie haben es natürlich versucht, aber da ich sie wieder und wieder abwies machen sie sich nun nicht mehr die Mühe und beachten mich schlichtweg nicht.
Hier im Wald ist das anders, man ist allein. Und nun bei solch direkter Konfrontation kann man sich unmöglich in der Masse verstecken.

"Ich bin Pale." Die drei Tage, in denen ich nicht gesprochen habe sind meiner Stimme anzuhören. Sie klingt brüchig und unsicher. Ich huste. Doch warum tue ich daseigentlich, vielmehr habe ich ihr doch gar nicht zu sagen. Oder doch?
Der Geruch gut durchgebratenen Fleisches dringt mir in die Nase und ich wende mich schnell ab um es aus dem Feuer zu nehmen. Unschlüssig ob ich mich einfach setzen und Essen soll, starre ich wieder zu ihr hinüber.
"Setz dich ruhig und iss mit mir. Wenn du willst." Die restlichen Spieße lehne ich einladend über einen großen Stein."
Es ist gutes Fleisch, es wird mir die Kraft geben, die ich für den Heimweg brauche. Entschlossen Vaters abewitzigen Trainingsmethoden dei Stirn zu bieten beiße ich ein großes Stück ab.

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BeitragThema: Re: Der Wald    Do Jun 28, 2012 8:12 pm

Der Junge vor mir spielt sich mit dem kleinen Kleeblatt in seiner Hand. Was hat er denn? Was ist an diesem Kleeblatt so besonders? Für mich scheint es ein normales Kleeblatt zu sein.
Plötzlich zieht er etwas aus seinem Hosenbund. Vielleicht sein Messer, denke ich panisch und mein Dolch schnellt automatisch wieder in die Höhe. Als ich ein Notizbuch erkenne, beruhige ich mich wieder. Es sieht meinem ganz ähnlich. Er gibt das Kleeblatt zwischen die letzten Seiten und umwickelt es wieder mit einer Kordel. Sieht aus wie Leder. Vielleicht ist es das auch.
Er steckt das Notizbuch wieder zurück und scheint mich wieder bemerkt zu haben. Ich hätte angreifen sollen, aber das ist jetzt auch schon egal. Was soll ich jetzt nur machen? Ich habe nicht erwartet, hier im Wald jemanden zu treffen. All die Jahre, in denen ich in den Wald gegangen bin, habe ich nie eine Menschenseele getroffen. Der Wald ist so groß, da sollte man sich nicht einfach über den Weg laufen.
"Ich bin Pale" antwortet er mir mit brüchiger Stimme. Es scheint so als ob er längere Zeit nicht mehr gesprochen hat. Er hustet, dreht sich um und tut irgendetwas bei seinem Feuer. Von hier kann ich es nicht wirklich erkennen, aber es riecht nach Fleisch. Igitt, Fleisch. Pale ist anscheinend kein Vegetarier.
"Setz dich ruhig und iss mit mir. Wenn du willst." sagt Pale und starrt zu mir. Ist das sein Ernst? Ich und Fleisch? Na ja, er weiß nicht, dass ich kein Fleisch esse. Woher auch? Ich habe noch kein Wort zu ihm gesagt. Das sollte ich tun.
Nun legt er die Spieße auf einen Stein. Möglicherweise sollte das einladend wirken, aber nicht auf mich. Kann ich ihm wirklich vertrauen. Etwas in mir schreit Nein!, aber andererseits bin ich auch neugierig.
Ich wage es und setze mich zu ihm. Ich warte ein paar Sekunden und sage dann "Wegen dem Fleisch ... nein danke. Ich bin Vegetarierin. Aber ich habe selber etwas zu essen."Meine Stimme hört sich gar nicht so schlimm an. Ich habe gedacht, dass sie ganz kratzig und so sein würde, aber das war sie ganz und gar nicht.
Ich öffne meinen Rucksack und hole mein Essen heraus. "Willst du vielleicht etwas davon?" füge ich hinzu und halte es Pale hin.


Zuletzt von Fira Cadyna Love am Fr Jun 29, 2012 11:03 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Pale Thorne

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BeitragThema: Re: Der Wald    Do Jun 28, 2012 11:54 pm

Ich blicke direkt in ihre blauen Augen um zu ergründen ob ich ihr wirklich soweit trauen kann. Zögerlich nehme ich ein Stück von.... nunja, dem Zeug da. Ich kann es nicht beschreiben, solches Essen habe ich noch nie gesehen. Nun schiebe ich es mir in den Mund, kaue darauf herum und habe zunächst den Eindruck es würde wie zerkaute Weizenkörner immer mehr im Mund. Im Hinunterschlucken hat es einen fruchtigen wenn auch laschen Abgang, doch sicher nichts was ich auf dem Tisch stehen lassen würde. Ich nicke ihr zu. "Ich weiß zwar nicht, was du mir da gerade gegeben hast, aber es schmeckt."
Mir fallen die Heidelbeeren im Rucksack ein und ich ziehe sie aus der vorderen Tasche. Zu meiner Überraschung sind sie kaum zerdrückt.
"Vielleicht magst du was von denen? Wenn du mir nicht traust, dann können wir auch frische suchen. Die wachsen rund um den See." Ich deute ins Gras direkt neben dem Feuer.
"Also, wieso sagst du mir nicht auch deinen Namen?"
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BeitragThema: Re: Der Wald    Fr Jun 29, 2012 11:55 am

Pale blickt mir direkt in meine Augen, nimmt einen Kräcker und ist ihn. Nach einer Weile nickt er und sagt dann "Ich weiß zwar nicht, was du mir da gerade gegeben hast, aber es schmeckt." Soll das ein Scherz sein? Er hat anscheinend noch nie in seinem Leben einen Kräcker gegessen. Seltsam. "Das sind ganz normale Kräcker. Schön das es dir schmeckt."
Ihm scheint irgendetwas eingefallen zu sein, denn er holt etwas aus der vorderen Tasche seines Rucksacks. Als er mir eine Hand voll von diesem Zeug hinhält, erkenne ich dass es sich hier um Heidelbeeren handelt. Sie sehen etwas zerdrückt aus, aber nicht viel.
Auf seine Frage antworte ich "Danke, aber ich würde lieber frische suchen." Ich traue Pale noch nicht ganz. Ich gehe vorsichtig zu ein paar Heidelbeersträuchern, pflücke mir ein paar Heidelbeeren und gehe dann wieder zurück zu Pale. Bevor ich mich neben Pale setze, sehe ich mich noch einmal um. Es scheint niemand das Feuer entdeckt zu haben.
Ich halte Pale ein paar Heidelbeeren hin, werfe einen kleinen Ast ins Feuer und sage "Ich bin Fira."
Es vergehen ein paar Minuten, aber dann breche ich das Schweigen und frage ihn "Was machst du so weit draußen im Wald?"
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Pale Thorne

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BeitragThema: Re: Der Wald    Mi Jul 04, 2012 12:19 pm

Ich blicke ins Feuer, sehe züngelnde Hitze miteinander kämpfen, Holz das verschlungen von Flammenzungen zu Glut, dann Asche wird. Kräcker, mh ich habe die Dinger natürlich schonmal gesehen, aber tatsächlich noch nie gegessen. Zu Hause bekomme ich nur spezielles, zugeteiltes Essen, proteinreiche Kost, mit Traubenzucker angereicherte Getränke und Eiweißshakes mit Milch für den Knochenbau. Ich habe auch niemanden in der Schule, der mir sowas hätte geben können und bin wahrscheinlich so daran gewöhnt ohne auszukommen das es mir bis eben gar nicht auffiel. Na toll, jetzt fühle ich mich wie ein Freak, von Vaters Erziehung auf Weltfremdheit getrimmt. Und auch wenn ich ihrer selten gewahr bin und sie mich meist auch kaum mehr als erduldet, so ist sie doch allgegenwärtig, immer um mich herum. So nüchtern von außen betrachtet ist das wirklich eine Schande. Gerade in diesem Moment bin ich so angefüllt von roher Wut, das ein Kampf mit mir Vaters Leben kosten könnte. Vielleicht ist er längst hier, beobachtet uns und sieht den Zorn in meinem Gesicht.
Es bedarf doch oft nur der kleinsten Dinge, die größte Wirkung erzielen.
Nicht Training, Prügel, Abgeschiedenheit... hier am Feuer zu sitzen, mit einem nahezu fremden Menschen, Selbsterlegtes zu essen und mir die Beeren auf der Zunge zergehen lassen.
Das ist Leben.
Fira ist ihr Name, das klingt ein wenig exotisch, doch ich werde Sie nicht danach fragen vielleicht bekomme ich später noch die Gelegenheit dazu. Wenn ich heute schon aufräume, dann kann ich ihr auch den wahren Grund erzählen, weshalb ich soweit im verbotenen Gebiet eine kleine nächtliche Grillparty veranstalte. Ich nehme einen tiefen Atemzug und beginne.
"Du musst meinen Vater kennen, er ist ein ehemaliger Sieger der Spiele. Sein Ehrgeiz erlegt es ihm auf mich ebenfalls zum Tribut zu erziehen. Jedes Jahr, wenn wieder eine Ernte vorrüber ist und ich nicht ausgewählt wurde, muss ich mit ihm in den Wald gehen um an seiner eigenen kleinen perversen Version der Hungerspiele teilzunehmen. Ich fürchte du wirst ihn noch kennen lerne. Er hält mein Feuer gewiss für eine Falle, ansonsten hätte er mich schon lange attackiert. Ich möchte ihn nur einmal gern blutennd am Boden sehen."Einmal angefangen sprudelt all der Hass aus mir heraus. Vorallem Letzteres muss erschütternd sein. Kaum ein Kind ist doch in der Lage seinem Vater den Tod an den Hals zu wünschen. Aber ich begreife das der Wunsch ihn tot zu sehen keine Offenbarung einer tiefen egoistischen Ader ist. Ich weiß das er leided, des Tages wie in der Nacht. Wie Leiden manche Menschen zu Trinkern macht, oder dazu veranlasst Drogen zu nehmen, so erzeugt es in ihm eine tiefe Aggression. Er muss sie immer und imme wieder auf mich und Mutter abwälzen um nur nicht den Verstand zu verlieren.
Er wäre besser ein Opfer gewesen.
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BeitragThema: Re: Der Wald    Mo Jul 09, 2012 11:31 am

Der kleine Ast wird von den Flammen des Feuers verschlungen. Das was kurz zuvor noch Holz war, ist nun Asche. Wie schnell das gehen kann. So schnell ist etwas ausgelöscht. Egal ob es sich um ein Stück Holz handelt oder um ein Menschenleben. Meinen Eltern wird es genauso ergangen sein. Jahre lang lebten sie in vollen Zügen, aber dann läuft eine Kleinigkeit schief und vom einen Moment auf den anderen ist alles vorbei.
Ich werfe ihnen nicht vor, dass sie mich allein gelassen haben. Es war nicht ihre Absicht und auch nicht ihre Schuld. Früher belauschte ich sie manchmal und versuchte herauszufinden was das bedeuten sollte. Sie haben oft davon gesprochen, dass wir einfach von hier weglaufen konnten, aber dafür müssten sie noch Vorbereitungen treffen. Als ich das mithörte, war ich erst sieben Jahre alt und verstand damals noch nicht, was das bedeuten könnte. Ich kannte nur das Leben in Distrikt 1, aber ich dachte mir, wir würden vielleicht einen Ausflug ins Kapitol machen. Manche meiner Mitschüler sprachen über solche Ausflüge, aber ich selbst konnte nur interessiert zuhören.
Am Tag nach meinem 8. Geburtstag hörte ich wieder so ein Gespräch meiner Eltern mit. Dieses Mal sagten sie, es wäre alles bereit und wir könnten in drei Tagen von hier weg. Ich hielt immer noch an meiner Vermutung fest, aber mir kam irgendetwas an der Sache seltsam vor. Ich nahm mir vor am Abend des folgenden Tages mit ihnen darüber zu sprechen. Nur leider kamen wir nicht mehr dazu, denn an diesem Tag starben sie bei einem "Unfall". Meinen Großeltern gegenüber sagte ich auch, dass ich nicht glaubte, dass es ein Unfall war. Zum Glück waren sie derselben Meinung, aber das konnte meine Eltern auch nicht mehr zurückbringen.
Als Pale anfängt zu sprechen, reißt er mich aus meinen Gedanken. ich lausche ihm gespannt und höre den Hass in seiner Stimme mitschwingen. Da ich Pales Nachnamen nicht kenne, kann ich auch nicht ganz zuordnen welcher Sieger sein Vater ist. Alle Sieger leiden auf ihre eigene Art, also warum nicht auch seine eigenen Hungerspiele mit seinem Kind veranstalten. Für mich klingt es so als wäre sein Vater etwas gestört, aber das würde ich nie laut aussprechen. Als er sagt, dass sein Vater das Feuer wahrscheinlich für eine Falle hält, nicke ich nur, denn ich habe es auch für eine Falle gehalten. Das mit seinem Vater blutend am Boden liegen zu sehen, schockiert mich. Wie kann er nur so denken? Aber es geht ihm höchstwahrscheinlich ganz anders als mir. Ich lebe seit sieben Jahren ohne meinen Vater und ohne meine Mutter, aber auch wenn sie noch leben würden, würde ich mir nie so etwas wünschen.
ich schüttle meine Gedanken ab, nehme einen tiefen Atemzug und sage dann "Das klingt schrecklich. Ich meine, dass das dein Vater jedes Jahr mit dir macht. Ehrlich gesagt, habe ich dein Feuer auch für eine Falle gehalten, aber ..." Ich sehe vom Feuer auf und sehe Pale an, während ein kleines Lächeln über mein Gesicht huscht. "Ich war zu neugierig. ... Na ja, falls dein Vater angreift, kann ich dir gegen ihn helfen. So wie... Verbündete in der Arena bei den echten Hungerspielen", biete ich Pale an.
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BeitragThema: Re: Der Wald    Di Jan 22, 2013 5:42 pm

(Hallo Pale! Es ist schon lange her seit deinem letzten Post, deshalb wollte ich mal fragen, ob du hier noch antwortest.)
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